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Memoiren einer Sängerin

Letzter Eintrag – Sonnabend 24. Januar 2009.

Autor:

Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin, Verlagsbureau, Altona, 1862-1870.



  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 1

    Erotischer Roman (Kapitel I)

    par W. Schröder-Devrient

    »Ich sende Ihnen, was ich seit einigen Tagen niedergeschrieben, und Sie mögen dann selbst beurteilen, ob ich aufrichtig bin oder nicht. Ich habe versucht, die erste Ihrer Fragen zu beantworten und ich habe mich überzeugt, wie recht Sie hatten, als Sie mir einmal sagten, der geschlechtliche und sittliche Charakter bildet sich nach denjenigen Umständen, unter denen er in die sorgfältig verschleierten Geheimnisse der Liebe eingeweiht wird. Ich finde jetzt allerdings, daß dies auch bei mir der Fall gewesen ist!
    Obgleich ich fleißig fortfahren werde, aufzuzeichnen, was ich erlebt und erfahren, so erhalten Sie doch nicht eher einen zweiten Brief von mir, bis Sie den ersten beantwortet. Vor der Hand macht mir die sonderbare Schriftstellerei Vergnügen, sogar mehr Vergnügen, als ich für möglich gehalten. – Daß Sie mein unbegrenztes Vertrauen nicht mißbrauchen werden, dafür bürgt mir Ihr edler Charakter, von dem ich ja die glänzendsten Beweise habe. Was wäre ich ohne Sie? Ihre aufopfernde Freundeshilfe? Ihren Rat? Ein elendes, verlassenes und von der Welt entehrtes Geschöpf! Ich weiß aber auch, daß Sie mich trotz Ihrer anscheinenden Kälte und Entsagung lieb haben. Ich riskiere also in Ihren Händen nichts. – Grüßen Sie, usw.« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).


  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 2

    Erotischer Roman (Kapitel II)

    par W. Schröder-Devrient

    »Sie schob so lange, bis der Schaft nicht weiter eindringen konnte und die Kugeln sich fast mit den Haaren vereinigten. Ebenso langsam, wie er eingedrungen war, zog sie ihn auch wieder heraus und nun wiederholte sich das Spiel nach und nach immer schneller, bis Sie das Buch fallen ließ, die Augen schloß, die linke Hand im Munde befeuchtete und sich – während das Instrument unten immer rascher eindrang – oben in der Spalte kitzelte und rieb. Ihr Körper schien in Konvulsionen zu geraten. Sie kniff die Lippen gewaltsam aufeinander, als fürchte sie sich durch einen Seufzer zu verraten; endlich schien der höchste Moment bei ihr gekommen; mit beiden Händen preßte sie die Kugeln, daß die Milch gewaltsam in ihr Innerstes spritzen mußte, schloß dann die Schenkel über dem noch immer tief eingedrungenen Instrumente und lag regungslos, aber tief atmend still auf dem Stuhle. Ich rührte mich immer noch nicht. Endlich öffnete sie die Schenkel wieder, zog das Instrument, das ganz mit Schaum bedeckt schien, heraus und fing den nachstürzenden Milchstrom in einem Tuche auf. Dann trocknete sie alles, – packte Buch und Instrument sorgfältig ein, kam darauf noch einmal mit der Lampe an unser Bett, um zu sehen, ob wir schliefen, und legte sich dann selbst zur Ruhe, mit so ruhigem, glücklichem Gesichte, als sei sie nun vollständig befriedigt. Während sie in das Bett stieg, schob auch ich mich zurecht und freute mich, nun eine Gelegenheit gefunden zu haben, die mir Lösung aller Rätsel verhieß, welche sich unruhig in meinem kleinen Kopfe umhertummelten.
    Ich war außer mir! Aber auch fest entschlossen, daß Marguerite mir beichten, mich aufklären, mir helfen sollte! Tausend Pläne durchkreuzten meinen Kopf. Wie ich sie ausführte, soll mein zweiter Brief Ihnen sagen.
    War ich aufrichtig?« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).


  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 3

    Erotischer Roman (Kapitel III)

    par W. Schröder-Devrient

    »Und das alles schon mit 14 Jahren, bei noch nicht vollkommen reifem Körper! Ja, und was noch mehr ist, es hat mir weder an der Gesundheit geschadet, noch meinem späteren recht genußreichen Leben irgendeinen Reiz verkümmert. Dazu gehört nun allerdings ein so früh entwickelter fester Charakter, wie der meinige. An meinem Cousin hatte ich die Erschlaffung kennen und fürchten gelernt, die einem zu häufigen Selbstgenusse folgt. Mein scharfer Verstand ließ mich jedes Übermaß vermeiden. Immer berechnete ich die Folgen, die entstehen können, und nur einmal in meinem Leben hat mich die Besinnung und Überlegung verlassen. Schon früh wurde mir die Erkenntnis, daß es nach den Gesetzen, welche die menschliche Gesellschaft sich nun einmal gegeben, nur darauf ankommt, mit Vorsicht zu genießen, wenn man ohne Nachteil für sich und andere genießen will. Wer mit starrem Kopfe gegen diese notwendigen Gesetze anstürmen will, zerschellt an ihnen und erntet lange Reue für kurze Befriedigung. Das Glück führte mich allerdings bei meinen ersten Schritten in die Hände eines erfahrenen und gebildeten Mädchens. Hätte ein junger Mann in meiner Nähe gelebt, der sich um mich bemüht, so würde ich bei meinem Temperament und meiner Neugier wahrscheinlich sehr bald ein verlorenes Geschöpf gewesen sein. Daß ich es nicht wurde, verdanke ich den Umständen, unter denen ich die erste Belehrung über Dinge empfing, die sehr viel weniger reizend wären, wenn sie nicht verschleiert würden. Und doch sind sie der Mittelpunkt alles menschlichen Strebens und Seins. Das weiß ich jetzt, während ich es damals nur fühlte und mit dem Takte, den wir Frauen nun einmal vor den Männern voraushaben, ganz richtig ahnte.
    Ehe ich in meinem nächsten Briefe weiter gehe, bemerke ich nur noch, daß ich wenige Wochen nach meiner Bekanntschaft mit Marguerite zum ersten Male die Zeichen eines vollständig entwickelten Körpers an mir sah.« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).


  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 4

    Erotischer Roman (Kapitel IV)

    par W. Schröder-Devrient

    »Es machte der erfahrenen Marguerite ein ganz unbeschreibliches Vergnügen, wie sie sah, was der so liebenswürdige, unerfahrene junge Mann alles tat, um zu dem ihm noch unbekannten Ziele zu kommen. Sie fühlte sich diesen oft ungeschickten Anstrengungen gegenüber so überlegen, daß sie glaubte, sie würde im Momente der wirklichen Gefahr die Kraft haben, den schon bei der nur äußeren Berührung zwischen den beiden entscheidenden Punkten halb sinnlosen Geliebten an der Vollendung, dem Ausströmen des Samens in ihren Schoß zu hindern, und gestattete endlich das Eindringen der Spitze. Aber sie hatte nicht bedacht, wie nun auch bei ihr jeder Nerv, jedes Fältchen ihres Innern der Vereinigung entgegendrängte und wie schwach das Weib gegen einen wirklich geliebten Mann ist, wenn er erst mit dem Inbegriff seiner Kraft ihr Inneres erwärmt. In übermäßiger Wollust vergaß sie jeden Widerstand, jeden Vorsatz und plötzlich fühlte sie den elektrischen Schlag des Hineinströmens eines heißen Strahls, der ihr ganzes Innere ausfüllte. Es war geschehen! Vergebens versagte sie jede Wiederholung, vergebens hoffte sie, daß dieser eine unbewachte Augenblick nicht geschadet haben würde. Das Ausbleiben ihrer Regel zeigte ihr, daß das Unglück geschehen, ihre Ehre verloren, ihre Zukunft vernichtet sei. Von dem Augenblicke an, wo sie Gewißheit über ihren Zustand hatte, gewährte sie dem Geliebten zwar wieder alle Rechte eines Gatten und genoß drei Monate lang ungestört das höchste irdische Glück; dann aber traten die Schläge des Schicksals in wahrhaft betäubender Folge über sie herein. Der Vormund machte bankerott und floh mit ihrem ganzen Vermögen nach Amerika; ihr Geliebter erkrankte und starb; sie wurde in Schimpf und Schande aus dem Hause gejagt, kam in Schimpf und Schande in einem Dorfe nieder und verlor nach zwei Jahren der schwersten Leiden und Entbehrungen auch ihr Kind durch den Tod, bis sie schließlich in Deutschland ein Unterkommen als Gouvernante fand.
    Wie eindringlich warnte sie mich vor jenem einen unbewachten Augenblick!
    Alles hatte Marguerite mir aufrichtig und wahr erzählt. Mit welchem Instrument sie aber noch jetzt die Erinnerung an jene Zeit wachrief, das hatte sie mir doch verschwiegen.« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).


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